FDGW-WORINGEN


Die FDGW hat einen neuen Vorstand!

Martin Schwarz wurde unter tobenden Beifall zum neuen Chef gewählt.

 

Wunderwesen Weißbiertrinker

Bier ist Bier, sagen Sie? Ich auch. Gut, wir sind eben Weintrinker. Aber Borniertheit gilt nicht, die moderne Welt verlangt Offenheit, Weiterbildung tut not. Und da passt es genau, dass eine neue Umfrage – immerhin unter 10000 Biertrinkern – bereitliegt, die uns über das unbekannte Wesen vor dem Glas aufklärt. Die Welt von Hopfen und Malz umfasst nämlich mehr als Fußballfans und Großmarken. Zu jedem Bier gibt es den passgenauen Konsumenten: bodenständige Gewohnheitstiere (Helles), gepflegte Disco-Gänger (Pils), kernige Urgestalten (Dunkles) oder – etwas peinlich – Menschen, die eigentlich gar kein Bier mögen (flavoured, Neudeutsch für aromatisiert). So weit, so gut, das haben wir irgendwie schon geahnt. Aber jetzt zum Interessanten:
Es gibt einen echten Exoten unter den Biertrinkern: gesellig, gastfreundlich, in sich ruhend. Das ist der Weißbiertrinker. Na und, werden Sie jetzt sagen, sind wir auch. Ja, aber da ist noch etwas ganz Besonderes an diesem Genussmenschen: Er hat richtig Zeit. Denn das Einschenken dieser auf ordentlichen Durst zugeschnittenen Maßeinheit dauert – und das Austrinken auch. Das ist bewundernswert, das hat Stil in unserer postmodernen Hektik. Von solch entspannten Wunderwesen brauchen wir mehr. Prost! Auf den Symparthieträger und seine Vermehrung!
 
Von Renate Frank aus dem Magazin essen & trinken

Immunsystem

Weissbier tut Sportlern gut

Was Freizeitsportler schon immer wussten, hat eine Studie nun bestätigt: Weißbier fördert die Gesundheit von Sportlern. Alkoholfrei sollte das Erfrischungsgetränk allerdings schon sein.

Sportmediziner der TU München am Klinikum rechts der Isar haben sich einem Forschungsobjekt gewidmet, das zahlreiche Hobbyathleten interessiert: Weißbier, eines der beliebtesten Erfrischungsgetränke nach dem Sport. Die Wissenschaftler kamen zu einem für die Weizenfreunde erfreulichen Ergebnis: Weißbier hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Sportlern. Damit der Effekt ungetrübt ist, sollte es aber die alkoholfreie Variante sein.

Testobjekt: 1,5 Liter weißbier täglich

Unter Leitung von Johannes Scherr untersuchten die Sportmediziner 277 Probanden drei Wochen vor und zwei Wochen nach dem München Marathon 2009. Eine Gruppe trank täglich ein bis 1,5 Liter alkoholfreies Weißbier, die andere Gruppe erhielt die gleiche Menge eines Placebo-Getränks, das sich vom Testgetränk nur durch die fehlenden Polyphenole unterschied.

Im Zentrum der Studie standen gesundheitliche Risiken eines Marathons für die Läufer sowie mögliche positive Auswirkungen von Polyphenolen. Die aromatischen Verbindungen kommen in Pflanzen als Farbstoffe, Geschmackstoffe oder Tannine vor. Vielen dieser Stoffe wird eine gesundheitsfördernde und krebsvorbeugende Wirkung zugeschrieben.

Weißbier mildet sportliche Strapaze ab

Es ist bekannt, dass bei Sportlern nach einem Langstreckenlauf verstärkt Entzündungsreaktionen auftreten, das Immunsystem aus dem Gleichgewicht gerät und die Läufer anfälliger für Infekte der oberen Atemwege sind. Diese Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern nach sportlichen Belastungen wird als „Open-Window“ bezeichnet. Die Probanden mit dem Placebo-Weißbier zeigten diese Reaktion häufiger als die Versuchsteilnehmer, die das echte Getränk bekamen. „Die Untersuchung der Leukozyten, der weißen Blutkörperchen, die einen der wichtigsten Parameter für Entzündungen darstellen, ergab bei der Testgruppe um 20 Prozent niedrigere Werte als bei der Placebogruppe“, sagt Johannes Scherr. Außerdem waren die Läufer, die das alkoholfreie Weißbier tranken, um ein Drittel weniger anfällig für Infekte als die Placebogruppe. Bekamen sie doch eine Erkältung, verlief sie milder oder kürzer aus als in der Kontrollgruppe.

Überraschend deutliche Effekte

Wie deutlich der positive Effekt war, überraschte den Studienleiter nach eigenen Aussagen selbst. Die positive Wirkung Polyphenol-haltiger Lebensmittel hätten mehrere Untersuchungen angedeutet. „Für das untersuchte Getränk mit seiner speziellen Mixtur von Polyphenolen, Vitaminen und Mineralstoffen haben wir nun die Annahmen wissenschaftlich bestätigt.“

Die Studie wurde von einer großen Bayerischen Brauerei finanziert und fiel zu ihren Gunsten aus. Das Forscherteam von der TU München betont daher, dass ihre Arbeit strengen wissenschaftlichen Anforderungen gerecht wurde: Es handelte sich um eine randomisierte, doppeltblinde und Placebo-kontrollierte Studie.

Vorgestellt wurde die Arbeit Anfang Juni auf dem Kongress des American College of Sports Medicine (ACSM) in Denver. Im kommenden Januar wird sie in der Fachzeitschrift „Medicine & Science in Sports & Exercise (MSSE)“ veröffentlicht.

 

pap

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